Gründer-Tipp No.2 – Deine Idee ist nichts wert!

Ja, du hast richtig gelesen. Deine Idee ist erst mal nichts wert. Sie macht höchstens 10% des Weges aus und du kannst dir sicher sein, dass genau in diesem Moment irgendein Team auf der Welt gerade an deiner Idee arbeitet. Ideen liegen tatsächlich auf der Straße. “Execution” ist das Zauberwort, welches deine Idee erst wirklich wertvoll macht. Erst wenn du sie erfolgreich umgesetzt und die Menschen für dein Angebot nachhaltig überzeugt hast – ist deine Idee tatsächlich etwas wert.

Hier ist meine bahnbrechende Idee – wo ist der Investor? So oder ähnlich erleben wir immer wieder angehende Gründer in unserem täglichen Coaching. Der Glaubenssatz, dass die Idee maßgeblich entscheidend für den Erfolg ist, hat sich bei vielen Gründern sehr stark verankert. Verschwiegenheitserklärungen werden zur Unterschrift vorgelegt, bevor auch nur ein Detail der Idee verraten wird. Die Idee ist schließlich der Schlüssel, das Mainasset für den Erfolg. Tatsächlich, so schaut man sich die größten Player unserer Zeit an, stellen wir fest, dass Internet Giganten wie YouTube, Google und AirBnB wohl genau “DIE IDEE” hatten. Wer nun glaubt, YouTube sei das erste Videostreaming Portal, Google die erste Suchmaschine und AirBnB die erste Plattform für die Vermittlung von privaten Ferienimmobilien gewesen, liegt falsch. Mit diesen Ideen gingen schon andere Start-ups, zum Teil viele Jahre früher, erfolgreich online.

So war die erste Website, auf die Nutzer Videos in verschiedenen Formaten hochladen und konsumieren konnten, die im Jahre 1997 von Chase Norlin gegründete Video Plattform shareyourworld.com, gar ganze 7 Jahre vor der Gründung YouTubes bereits auf dem Markt. Lycos, AltaVista, Yahoo und Fireball waren meine Lieblingssuchmaschinen, bevor mir jemand von Google das erste Mal berichtete. Portale zum Couchsurfing oder der Vermietung von privaten Immobilien gab es ebenfalls auch schon lange vor AirBnB.

YouTube, Google und AirBnB sind keine originellen Ideen aber dafür coole Umsetzungen

YouTube, Google und AirBnB waren also nicht die Ersten die mit der jeweiligen ursprünglichen Idee gestartet sind. Auf jeden Fall sind sie derzeit aber die wohl bekanntesten und somit die gefühlte No. 1 im jeweiligen Marktsegment. Doch was hat diese Marken so erfolgreich gemacht, wie konnten die Vorreiter mit den Initial-Ideen vom Markt verdrängt werden?

Mehrere Faktoren spielten dabei eine wesentliche Rolle. Statt jeweils eine völlig neue Idee zu entwickeln, wurden bereits bestehende Ansätze weiterentwickelt und optimiert. Wenn du dich auf die Schultern deines Mitbewerber stellst, siehst du Optimierungspotenziale oder Service Aspekte, die dein zukünftiger Konkurrent vielleicht völlig vernachlässigt. Gerade bei YouTube und AirBnB spielte aber auch das Timing noch eine wichtige Rolle. YouTube startet in einer Zeit, als sich die Bandbreiten pro Jahr nahezu verdoppelten und Web 2.0 den Siegeszug ins World Wide Web feierte. AirBnB profitierte von der Finanz- und Immobilienkrise 2008, als die Makler kaum noch Käufer fanden, weil diese keine Finanzierungen mehr erhielten und so viele Objekte einfach leer standen.

Sicherlich, deine Idee ist die Basis, aus ihr bildest du deine Unternehmensvision, triffst wichtige Entscheidungen und gehst Risiken ein. Sie bedeutet für dich daher alles, sie ist dein Anker, dein Heiligtum. Das ist auch okay, solange du bereit bist deine Idee zu verändern und den Weg der Umsetzung richtig bewertest.

Praktische Tipps wie du deine Idee richtig bewerten kannst

Die beste Bewertung für deine Idee erhältst du, wenn du dich auf den Weg machst und deine Annahmen unter Beweis stellst. Der Wert deiner Idee steigt mit dem Grad der Umsetzung. Irgendwann stößt du mit ihr an scheinbar unüberwindbare Probleme. Je kreativer du diese Probleme löst und überwindest, desto wertvoller wird deine ursprüngliche Idee. Doch bevor du dich auf den Weg der Umsetzung machst, nutze ein paar einfache Tipps:

 

  1. Gerade mal 20% der ursprünglichen Ideen werden auch genauso am Ende umgesetzt. Akzeptiere also, dass du deine Idee ständig verändern und an die jeweiligen gelernten Erfahrungen anpassen musst.
  2. Sei nicht in deine eigene Idee verliebt. Es ist ein häufiges Phänomen, dass Gründer Angst vor negativem Feedback haben. Sie fangen an zu mauern und holen sich nur noch Feedback von Menschen ein, die die Idee sowieso positiv bewerten werden. Sei süchtig nach negativem Feedback und frage die Menschen nicht, was sie an deiner Idee gut finden, sondern wo sie eher Bedenken haben.
  3. Vertraue nicht auf das Feedback von Freunden und Familie. Klar kannst du deine Freunde und Familienmitglieder nach ihrer Meinung fragen aber fällt diese doch meistens eher positiv aus. Klar, deine Freunde wollen deine Gefühle nicht verletzen und dich bei deinem Weg unterstützen. Ein einfacher Test verifiziert das Feedback deiner Freunde. Erhältst du nämlich eine positive Bewertung, dann versuche dein Produkt sofort an Ort und Stelle an deine Freunde zu verkaufen und ringe ihnen eine verbindliche Bestellung ab. Wer bereit ist, sofort in deine imaginäre Firma zu investieren meint es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch etwas ernster.
  4. Teste deine Annahmen so früh und so schlank wie möglich. In unserem Gründer-Tipp No.1 haben wir bereits über geeignete Methoden, wie Design Thinking und Prototyping gesprochen. Je schneller du Feedback generierst, desto eher kannst du deine Idee anpassen.
  5. Wäge Chancen und Risiken mithilfe gut gewählter Bewertungskriterien ab. Es ist wichtig, dass du deine eigenen und ganz persönlichen Werte und Ziele kennst und diese in Kontext zu den Bewertungskriterien bringst. Mögliche Kriterien können zum Beispiel Attraktivität des Zielmarktes, Synergie-Effekte, Umsatz- und Marktpotenziale auf der Chancenseite sowie Markteintrittsbarrieren, technische Machbarkeiten und finanzieller Aufwand auf der Risikoseite sein.

Mit Gründernest zur richtigen Idee

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